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Ibiza, Balearen

Geografie von Ibiza


Die Insel Ibiza gehört zu den balearischen Inseln und ist in allem sehr eng mit der Hauptinsel Mallorca verbunden. Die Entfernung zum spanischen Festland ist etwa 90 km. Ibiza hat kein Gebirge. Die höchste Erhebung ist mit 476 Metern Höhe der Atalaya.
Die Inselhauptstadt nennt sich Ibiza-Stadt oder Ciutat d`Evissa. Sie liegt etwa acht Kilometer östlich des Flughafens, der seit Kurzem durch eine Autobahn mit der Hauptstadt verbunden ist.
Die pitureske Altstadt ist das Zentrum des lebhaften Nachtlebens der Insel. Viele Geschäfte, Boutiquen, Restaurants, Bars und Diskotheken prägen das Bild. Hotels oder Pensionen gibt es nur wenige in der Altstadt, da es hier auch keinen Strand gibt. Etwa vier km außerhalb der Ortschaft gibt es den kilometerlangen, flach abfallenden Strand von Playa d´en Bossa, oder Platja d´en Bossa. Hier stehen viele Hotels und Appartementanlagen für Urlauber aus der ganzen Welt.

Auf Ibiza gibt es fünf Gemeinden
Eivissa
Sant Antoni de Portmany
Sant Joan de Labritja
Sant Josep de sa Talaia
Sant Eulària des Riu

Sprache auf Ibiza


Durch die verschiedenen Sprachen auf Ibiza kommt es auch zu verschiedenen Schreibweisen bei den Gemeindenamen. So sind folgende Schreibweisen üblich:


Spanisch:
Katalanisch:

Ibiza
Eivissa

San Antonio Abad
Sant Antoni de Portmany

San Juan
Sant Joan de Labritja

San José
Sant Josep de sa Talaia

Santa Eulalia del Rio
Sata Eulària des Riu



Weltkulturerbe Ibiza


Die Unesco vergab 1999 Ibiza den Titel Weltkulturerbe wegen seiner biologischen Vielfalt und seiner Kultur. Besonders zu erwähnen ist, dass es auf Ibiza keine für den Menschen gefährlichen Tiere wie z. B. giftige Spinnen oder giftige Schlangen gibt. 1556 nach Christus begann Philipp II , Sohn von Karl V mit dem Bau der Stadtmauer von Ibiza – Stadt, die noch heute die Altstadt (Dalt Vila) umschließt. Sie wurde mit sehr viel Sorgfalt restauriert und zählt heute zu einem der großen Anziehungs-punkten der Insel.

Bevölkerung von Ibiza


Die Forscher gehen davon aus, dass bereits 2000 vor Christus die Insel Ibiza bevölkert wurde. Viel ist nicht bekannt, jedoch dürfte die Entwicklung ähnlich wie auf den größeren Nachbarinseln Menorca und Mallorca verlaufen sein.

Geschichte Ibizas


Anders als auf Mallorca und Menorca gibt es auf Ibiza keine Funde aus der Talayot Kultur. Wahrscheinlich waren Hirten von der Iberischen Halbinsel die ersten Bewohner auf Ibiza. Darauf deuten Höhlenmalereien in Ses Fontenelles hin.

Geschichtlich bewiesen ist die Besiedelung durch die phönizischen Karthager, die in der Bucht von Ibiza die Kolonie Ebusim (Ibes) 654 vor Christus gründeten. Die Stadt entwickelte sich schnell zu einer prosperierenden Hafenstadt, die sogar eigene Münzen prägen durfte. Salzgewinnung durch Salinen und Bleifunde bei Sant Carles ermöglichte den schwunghaften Handel.
Aus dieser Zeit gibt es die Ausgrabungsstätte auf dem Puig des Molins, was übersetzt Berg der Mühlen heißt. Hier fand man eine der bedeutendsten phönizischen Grabstätten. 1907 entdeckte man einen Grottentempel in der Nähe von Sant Vicent de sa Cala. Man geht davon aus, dass sie der Göttin Tanit geweiht war.

Nicht bewiesen, aber immer wieder behauptet wird, dass der Krieger Hannibal auf der kleinen Insel Sa Conillerra nahe Sant Antoni geboren wurde. Was jedoch fest steht, ist die Tatsache, dass er bei seinen Feldzügen die berüchtigten Steinschleuderer Els Fornes Balears in seinem Heer mitführte, die den Balearen ihren Namen gaben.

123 vor Christus erobert der Römer Quintus Caecillius Metellus Baearicus die Balearen. 70 vor Christus gliedern die Römer Ibiza unter dem Namen Flavia Augusta in Ihr Reich ein. Ibiza konnte sich jedoch weitgehend eine Autonomie erhalten. Sie brauchten keinen Tribut an die Römer zahlen und durften sogar Ihr Münzrecht behalten. Unter Kaiser Vespasian wurde die Infrastruktur der Insel weiter ausgebaut. In dieser Zeit wurde unter anderem der Hafen von Sant Antoni de Portmany gebaut, den die Römer Portus Magnus nannten.

Durch verschiedene Veränderungen im Römischen Reich änderte sich auch die Staatsreligion. So wurde 391 nach Christus auch Ibiza Christianisiert.
Die Vandalen verwüsten unter Gunderich 426 nach Christus die gesamte Insel Ibiza. 534 nach Christus wird Ibiza dem Oströmischen Reich zugeteilt.
711 erobern die Araber die Insel Ibiza, die sie Yabisa nannten. Die Araber sind aber nicht konstant Herrscher der Insel. So wird 859 vor Christus die Insel von den Wikingern überfallen und geplündert, ehe sie dann vollständig von den Mauren übernommen und verteidigt wird. Sie gehört nun zum Kalifat von Córdoba. 1009 nach Christus wird Ibiza teil des neuen unabhängigen Königreichs der Balearen.

Der Erzbischof von Tarragona, Guillermo de Montgri belagert 1229 die Medina von Yabisa. Er stand unter dem Befehl von Jakob I, König von Aragon. Der Legende nach ließ der Bruder des regierenden Sultan Yebusah die Christen in die Stadt, da der Sultan ihm seine Lieblingsfrau entführt und verführt hatte. So wurde aus einem Bruderstreit der Untergang der Mauren auf Ibiza besiegelt.

Die Christen hatten Unterstützung durch Don Pedro, den Prinzen von Portugal und Don Nuno Sans, dem Grafen von Rousillion erhalten.
Nachdem Jaume II im Jahr 1256 das Königreich Mallorca ausgerufen hat, fällt auch Ibiza seiner Krone zu, der bereits schon Roussillon und Montpellier angehören. Im Jahr 1299 nach Christus erhält Ibiza eine eingeschränkte Autonomie, die sie bis in das 19. Jahrhundert erhalten kann. Mit dem Ende des Königreichs von Mallorca 1349 nach Christus fiel auch Ibiza an Aragon zurück.

Durch die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus waren die Mittelmeerinseln für die spanische Krone nicht mehr so interessant. Da die Inseln kaum befestigt waren, wurden sie nun zu Spielbällen der Piraten. Zwar baute man Wehrtürme, die so nahe beieinanderstanden, dass man sich gegenseitig Feuerzeichen geben konnte, aber einen wirklichen Schutz hatten boten sie nicht. Auch die Wehrkirchen waren kein wirklicher Schutz gegen Piraten. Da sie auf Menschenraub spezialisiert waren, war diese Zeit wohl die Dunkelste in der Geschichte der gesamten Balearen. Die Bevölkerung von Ibiza wurde stark dezimiert und die von Formentera wurde sogar komplett ausgelöscht. Man nimmt heute an, dass die Ibizenker Ihre Fincas zum Schutz vor Piraten weit auseinander bauten, damit nicht der Eindruck einer größeren Siedlung entstand.

Durch vielerlei Not gingen einige der Bewohner von Ibiza zum Gegenangriff über und wurden Ihrerseits Piraten. Erst als 1830 nach Christus die Franzosen Algier erobern, endet im Mittelmeer die Piraterie. Noch heute kann man im Hafen von Ibiza Stadt einen Obelisken sehen, der zu Ehren des bekannten ibizenkischen Korsaren Antonio Riquer Araba errichtet wurde.

Geschichtlicher Kalender für Ibiza


654 vor Christus:
Besiedelung durch phönizische Karthager

123 vor Christus:
Die Römer erobern die Balearen

70 vor Christus:
Die Römer gliedern Ibiza unter dem Namen Flavia Augusta in Ihr Reich ein

391 nach Christus:
Ibiza wird Christianisiert

426 nach Christus:
Verwüstung der Insel durch die Vandalen

534 nach Christus:
Ibiza wird dem Oströmischen Reich zugeteilt

711 nach Christus:
Die Araber erobern die Insel Ibiza, die sie Yabisa nennen

859 nach Christus:
Die Insel wird von den Wikingern überfallen

1009 nach Christus:
Ibiza wird teil des neuen unabhängigen Königreichs der Balearen

1229 nach Christus:
Die Christen erobern Ibiza

1256 nach Christus:
Ibiza fällt zum Königreich Mallorca

1299 nach Christus:
Ibiza erhält eine eingeschränkte Autonomie

1349 nach Christus:
Ibiza fällt an Aragon

1936 nach Christus:
Spanischer Bürgerkrieg

1978 nach Christus:
Ibiza erhält durch die Zugehörigkeit zu Spanien die parlamentarische Monarchie

1983 nach Christus:
Ibiza wird mit den anderen balearischen Inseln zusammen autonome Region


Wirtschaft


Ibiza wurde bis in die Neuzeit vornehmlich landwirtschaftlich genutzt. Die Bauern produzierten fast ausschließlich für den eigenen Verbrauch. Südwestlich des heutigen Flughafens findet man noch immer die alten Salinen (Ses Salines), die bereits im Mittelalter angelegt wurden. Da sie Gemeindeeigentum waren, musste jeder Bewohner der Insel zur Bewirtschaftung der Salinen seine Arbeitskraft zur Verfügung stellen.
Die ersten Touristen waren Briten, die bereits in den Dreißigerjahren des letzten Jahrhunderts die Schönheit Ibizas erkannten. Durch den Zweiten Weltkrieg und den anschließenden Spanischen Bürgerkrieg erlitt der Tourismus dann schnell einen Rückschlag. Mitte der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde Ibiza dann von den Hippies entdeckt. In den Siebzigern entwickelte sich dann der Massentourismus auf Ibiza. Heute ist der Tourismus mit 98% der Gesamtwirtschaft die Haupteinnahmequelle der Insel. Die stärkste Gruppe der Touristen sind die Briten, gefolgt von Deutschen, Italienern und Franzosen.